Ich möchte eine Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte eines jungen Mädchens, welches versuchte, stets auf der richtigen Seite zu stehen. Ein Mädchen, erfüllt von Hoffnung, Liebe, Zuversicht und Mut.
Damals vor 23 Jahren bei ihrer Geburt, beschloss die Musik, sie als ihre beste Freundin zu küren. Tage, Wochen, Monate und Jahre vergingen. Glückliche Momente wurden durch traurige ersetzt. Freunde kamen und gingen, ebenso taten es ihre Tränen. Ja, das Leben des kleinen Mädchens verstand es gut, das Blatt zu wenden.
Wenn dies geschah, dann gab es da diese Stille. Die Art Stille, die uns tief in der Nacht überfällt wen wir unseren Sehnsüchten verfallen, uns unseren Träumen hingeben. Wir wissen, dass die Ungewissheit der Dunkelheit es versteht uns Angst einzujagen. Ja, sie kann uns in den Wahnsinn treiben. Doch das Mädchen fürchtete sich nicht. Vielmehr versuchte es diese unnahbare, vollkommene Stille zu verstehen. Beinahe so, als wollte sie diese einfangen, in ihren Händen halten und niemals wieder loslassen.
Das kleine Mädchen wurde schnell erwachsen. Es sah sich gezwungen, erwachsen zu werden, aus welchen Gründen es diesen Zwang verspürte, wüsste es inzwischen wohl selbst gerne.
Geprägt von Künstlern wie z. Bsp. Gitarren-Sensationen wie Marvin Gaye, Mark Knopfler oder Eric Clapton bis hin zu eingefleischten Bands wie The Smashing Pumpkins, Band of Horses, Guns'n'roses oder AC/DC begegnete sie auf demselben Weg auch dem Jazz/Blues sowie älteren Musiker. BB.King, Freddie King oder Bonnie Raitt sind hier nur einige Namen. Sie verfiel dieser Art Musik genauso wie allen anderen zuvor. Aber auch in der Rapszene gab es nach und nach Künstler, wirklich begabte Menschen, welche das Leben des Mädchens begleiteten. Da wären beispielsweise der NewYorker Talib "Kweli" Greene oder die in den 80ern wohl einflussreichste Formation Public Enemy.
Mit den Jahren wurde die Liebe zur Musik intensiver. Die Welt wurde grösser und die Gefühle des Mädchens wuchsen. Emotionen wurden kräftiger. Das kleine Mädchen wurde stärker. Und ihr wurde klar, dass die Klänge die ihre Seele heilten, die Melodien die ihr während all den Jahren Trost gegeben hatten, in den Menschen wiederzufinden sein müssen. Sei es Liebe, Verzweiflung, sei es Wut oder Trauer, alles was ein toller Song ausmacht, beruht auf den Gefühlen eines anderen Menschen. Sie dachte darüber nach, dass die Zeilen oder Klänge eines Songs eine Art Nachricht sein könnten. Eine Art Kontakt, an all die einsamen Seelen da draussen. Und glauben Sie mir, davon gibt es genug.
Stimmen wir dem Mädchen zu. Am Ende spielt es keine Rolle von welcher Art Musik wir uns berührt und verstanden fühlen.
Nun denken Sie ihre an ihre persönliche Lieblingsmelodie. Denken Sie fest daran. Haben Sie sie?
Gut, ich spreche genau davon.
Das kleine Mädchen war inzwischen zu einer erwachsenen Person gereift. Viele Ansichten und Tatsachen hatten sich im Laufe der Jahre verändert. Wie sie damit umgehen sollte wusste sie selbst nicht. Ihr Umfeld hatte sich entwickelt. Da stand sie nun, inmitten vieler bekannter Gesichter. Das traurige daran war, dass keines davon etwas zu sagen schien. Also stand sie einfach nur da. Umgeben von wahrgewordenen Träumen, richtigen Wegen, jungen Familien, eigenständigen und starken jungen Persönlichkeiten und wusste nicht mehr wo sie hingehörte. Leise schlich sich Matthew Ryans „Irrelevant“ in ihren Kopf und beruhigte ihr Herz, wenn auch nur für eine Sekunde…
Klingt ganz schön traurig, nicht wahr?
Nun ja, Ich kenne dieses Mädchen. Täglich versuche ich sie daran zu erinnern, dass da draussen etwas Unglaubliches auf sie wartet. Etwas, was ihre Seele mit allem erfüllen wird, was sie sich jemals gewünscht hatte. Alles was sie braucht, ist ein wenig Geduld.
Aufgeben wird sie bestimmt nicht, denn wer dieses kleine Mädchen kennt weiss, dass es schon zu lange kämpft, um die Melodie ihres Herzens zu verlieren.
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